Die Känguru-Chroniken

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Inhalt: Kleinkünstler Marc-Uwe Kling lebt ohne Sorgen und ohne Weh, bis es eins Tages an seiner Wohnungstür klopft und das Känguru davorsteht. Nicht ein Känguru, sondern das Känguru. Liebt Schnapspralinen, boxt gern und war mal beim Vietcong. Kurzerhand zieht es bei ihm ein. Zwei grundverschiedene Persönlichkeiten treffen aufeinander. Und dann wäre da noch die existenzielle Frage: Wer ist besser, Bud Spencer oder Terence Hill?

Was ein Drache denkt: Direkt gegriffen habe ich nicht nach dem Buch. Es war mehr meine Mutter, die es mir in die Hand drückte und sagte, sie habe Tränen gelacht. Seinerzeit hat mich das Cover nicht sehr angesprochen, doch ich vertraute dem Buchgeschmack meiner Mutter.

Zunächst einmal muss gesagt werden, dass ich die Idee genial finde. Ein vorlautes Känguru als Mitbewohner. Warum genau ein Känguru? Egal, es war in jedem Fall eine gute Wahl.

Das Buch ist in kurze ein- bis zweiseitige Kapitel geteilt, die lose zusammenhängend die Geschichte ergeben. Auch wenn ich normalerweise eine zusammenhängede Story mit dickem roten Faden bevorzuge, so waren die kurzen Stücke das Geheimnis der Spritzigkeit des Buches.  Diese Episoden geben einen abgehakten Rhythmus vor und manchmal hat man das Gefühl, als sei es einfach eine Sammlung der besten Szenen, die sich in dieser seltsam verrückten WG abspielen.

Dabei rauschen die Themen der einzelnen Kapitel einmal quer durch die gesamte Bandbreite und wieder zurück: Politik, Gesellschaft, Filme, Literatur, Konsum, Arbeit, Kunst, Kultur, Telefonie, Mord und Totschlag … Jede neue Episode hält eine Überraschung bereit. Die Titel der einzelnen Kapitel sind geistreich und wecken oft schon ein Lächeln oder Stirnrunzeln, bevor es überhaupt losgeht.

Wenig Beschreibungen und viel komischer Schlagabtausch zwischen Mensch und Känguru auf der Basis von Meinungsverschiedenheiten. Der Humor kommt in Form von Sarkasmus und Ironie und ist meist so trocken wie die Wüste. Bissig, absurd und manchmal auch skuril.

Ein Buch, das als gesellschaftliche Komödie oder gar Satire kategorisiert werden kann und sich mit den aktuellen Themen unserer Zeit befasst, muss schon sehr gut sein damit ich Banause und Stubenhocker ohne Radio über die Pointen lachen kann.

Fazit: Kabarett in Buchform. Ein köstlicher Roman, der mich mit seinem Witz und seiner Originalität überraschte.

In Hoffnung auf Mehr, besorgte ich mir die beiden Folgebände (Das Känguru-Manifest und Die Känguru-Offenbarung) ebenfalls, muss jedoch gestehen, dass sie zunehmend schlechter werden.

Zitate

‘Die Essgeräusche der Anderen’, murmle ich. ‘Glaubst du, das wäre ein guter Titel für einen Arthouse-Film?’

Kling, Marc-Uwe.Die Känguru-Chroniken. p.29


Wir fliegen von Berlin-Schönefeld nach Berlin Tegel. […] Durch den Frühbucherrabatt war der Flug einen Euro billiger als S-Bahn zu fahren.

Kling, Marc-Uwe.Die Känguru-Chroniken. p.73


‘Kannst du heute mal bezahlen?’, fragt das Känguru nach dem Essen.

‘Heute?’, frage ich. ‘Mal?’, frage ich. ‘Ich muss immer bezahlen, weil du nie Geld mitnimmst.

‘Tja’, sagt das Känguru lächelnd. ‘So ist das in der Welt. Der eine hat den Beutel, der andere hat das Geld.’

Kling, Marc-Uwe.Die Känguru-Chroniken. p.65

Details zum Buch:

  • Autor: Marc-Uwe Kling
  • Sprache: Deutsch
  • Verlag: Ullstein
  • Seiten: 271
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