Digby #01

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Inhalt: Zoes Highschool-Leben verläuft normal langweilig – bis Digby auftaucht. Der hat es sich nämlich zur Aufgabe gemacht, den Fall eines verschwundenen Mädchens zu lösen. Dass er dabei mit nicht ganz legalen Mitteln vorgeht, stört ihn nicht weiter. Mit seiner charmant unverschämten Art à la Sherlock schleift er Zoe von einer gefährlichen, peinlichen oder urkomischen Situation in die nächste: Einbrüche, Sekten, Drogen und der ganz normale Schulalltag. Dabei weiß Zoe noch nicht einmal, warum sie eigentlich mitmacht – Digby ist altklug, besserwisserisch und einfach auf einer anderen Wellenlänge.

Was ein Drache denkt: Das Cover erinnerte mich sogleich ein wenig an ‘Die Känguru-Chroniken’ von Marc-Uwe Kling, was mich von vornherein beeinflusste. Und dann war da noch der erste Satz des Klappentextes: Beschossen. Inhaftiert. Gekidnappt. Ein ganz normaler Tag mit Digby: Bei Digby muss man auf alles gefasst sein.

Die gesamte Aufmachung, der Klappentext, sowie die Bewerbungen seitens des Verlags und Verlagsvertreter versprechen eine witzige, spannende Lektüre. Einmal reingelesen, und da reichen bereits die einleitenden beiden Sätze – ‘Am Anfang mochte ich Digby erst mal nicht, klar. Das geht allen so.’ – kann man es kaum erwarten, zu erfahren, wie es weitergeht.

Man wird zusammen mit Zoe Webster in die Geschichte geworfen, die ohne lange, ausschweifende Vorreden und Erklärungen beginnt. Und zwar mit Dibgy, der unsere noch nichts ahnende Protagonistin dazu auserkoren hat, ihm bei seinen hochspannenden, actionreichen und etwas unkonventionellen Ermittlungen zu assistieren.

‘Wo willst du hin?

‘Ich muss was erledigen. Ich hol dich bei dir zu Hause ab.’

‘Ich komme aber nicht mit’, sagte ich.

‘Okay, super, bis um acht dann’, sagte er.

Tromly, Stephanie. Digby #01. p. 54

Dass Digby auf der Suche nach seiner kleinen Schwester ist, die vor Jahren aus ihrem Kinderzimmer verschwand, ist als Idee vielleicht etwas abgegriffen, doch das stört nicht weiter. Auch Digby’s eigene Geschichte bzw. Kindheit schrammt am Klischee vorbei, wobei sie in diesem Fall wie die Faust aufs Auge passt.

Das Buch selbst strahlt Humor und Leichtigkeit aus. Im weitesten Sinne kann man es als Detektivroman bezeichnen, doch im Vordergrund steht und bleibt der Witz, worauf bei der Anpreisung des Buches auch Wert gelegt wird.

Why so serious?! ist auf dem Cover abgedruckt und erinnert an den Joker, dessen Person eigentlich traurig ist, aber er bevorzugt den (schwarzen) Humor. So auch hier: Der Humor überlagert die einzelnen Schichten der Charaktere, besonders die dunklen. Im Laufe der Geschichte gräbt man die traurigen Dinge im Leben der Protagonisten aus, wobei der Witz, mit welchem erzählt wird, immer eine gewisse Abfederung bietet und meiner Meinung nach richtig eingesetzt wird. Keine Angst, es ist und bleibt ein heiteres Buch.

Was mich normalerweise bei Büchern mit einem überdurchschnittlich intelligentem und observierenden (männlichen!) Protagonisten, dem ein (weiblicher!) Sidekick zur Seite gestellt wird, irritiert, ist dass das Mädchen dabei häufig dumm dargestellt wird. Und sich oft auf den ersten Blick in ihren Helden verliebt, womit das unvermeidliche Liebesdrama bereits angerollt kommt, bei dem zwei Charaktere ohne Chemie zum Paar gemacht werden.

Aufgepasst! Nicht zwischen diesen Buchdeckeln!

Princeton – wie Digby sie gerne liebevoll herablassend nennt – ist witzig, sarkastisch, pfiffig und auf Zack. Sie teilt aus, wie sie einsteckt. Zwar schaut sie manchmal etwas dumm aus der Wäsche, wenn sie von Digbys neuestem, gefährlichen Plan erfährt, der wahrscheinlich nicht funktionieren wird, aber das kann auch daran liegen, dass Digby sich in den meisten Fällen die Konsequenzen etwas anders vorstellt, als sie in Wirklichkeit sein müssen.

Mit zunehmender Begeisterung begleitete ich Zoe und Digby in diese detektivische Katastrophe voller schlagfertiger Dialoge und gut ausgearbeiteter, vielschichtiger Figuren.

Die abwechslungsreiche Geschichte katapultiert die Charaktere in eine chaotische Situation nach der anderen und als Leser beißt man sich voller Vorfreude auf die Unterlippe. Durch die trockene, ironisch angehauchte Erzählform in der ersten Person wird das Buch zu einem kurzweiligen Lesevergnügen, bei dem man Mühe hat, sich das Lachen zu verkneifen.

Fazit: Spannend, witzig und absolut lesenswert! Eine Teenager-Kommödie, mal ganz ohne Romantik und zwanghafte Pärchen. Bis jetzt das beste Buch 2016, das ich gelesen habe. Ich warte schon gespannt auf den zweiten Band, den ich mir unbedingt auf Englisch besorgen werde.

Zitate

In der Woche darauf war ich in der Schule gerade auf dem Weg zu Spanisch, als ich dringend aufs Klo musste. Na und, dann geh doch einfach aufs Klo, könnte man meinen. Aber so einfach ist das nicht. Die Mädchentoiletten hier sind abgesteckt und werden bewacht wie das Revier einer Gang.

Tromly, Stephanie.Digby #01. p. 144


Digby wühlte in meinen Schubladen.

‘Hallo? Kann ich dir suchen helfen?’ fragte ich.

Tromly, Stephanie.Digby #01. p. 102


‘Das war aber nicht 911, was du da gerade gewählt hast.’

‘An der Tür ist eine Bombe. Ich werd jetzt bestimmt nicht zehn Minuten in der Warteschleife hängen. […]’

Tromly, Stephanie.Digby #01. p. 272

Details zum Buch:

  • Autorin: Tromly Stephanie
  • Titel der Originalversion: Trouble is a Friend of Mine. Trouble #01
  • Titel der deutschsprachigen Ausgabe: Digby #01
  • Alter: 14 Jahre
  • Verlag: Oetinger
  • Seiten: 316

Weitere Bände der Reihe:

51XVGVfYmoL._SX329_BO1,204,203,200_

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