So wüst und schön sah ich noch keinen Tag

 

LaBan_25082_MR1.indd

Inhalt: Am Yrving-College ist es eine Tradition, seinem Zimmer-Nachfolger eine Überraschung zu hinterlassen. Duncan findet einen Stapel CDs, welche die traurige Liebesgeschichte von Tim erzählen.

Was ein Drache denkt: Angesprochen hat mich vor allem die Covergestaltung, welche ich sehr gelungen finde, sowie der Titel. Ich muss ehrlich zugeben, ich hatte keine Ahnung, dass es ein direktes Shakespeare-Zitat ist; das fand ich erst später heraus.

Außerdem hatte ich noch nie ein Buch mit einem Albino als Protagonisten gelesen und dachte, dies sei mal etwas anderes – Räpresentation!

Leider hat mir das Buch schon von Anfang an nicht zugesagt. Tim ist mir bereits nach wenigen Seiten auf die Nerven gefallen und auch mit Duncan konnte ich mich nicht wirklich anfreunden.

Vanessa, das hübscheste Mädchen der Schule hat natürlich – seufz – einen groben, ungebildeten und aggressiven Bully als Freund, der, wie sollte es anders sein, Quarterback ist. Als Tim sich in Vanessa verliebt, will sie die Beziehung zu ihm auf jeden Fall geheim halten, was verständlich ist, da ihr Freund ein eifersüchtiger Grobian ist und sie Tim schützen will. Leider ist diese Dreiecksbeziehung sehr klischetiert in meinen Augen.

Wenn ich ganz ehrlich bin, fallen in den meisten Rezensionen Begriffe wie ‘tiefgründig’ und ‘ergreifend’ und ‘außergewöhnlich’ nur, weil Tim ein Albino ist und die Liebesgeschichte damit einen neuen Reiz bekommt. Man könnte ihn locker mit dem Nerd der Schule austauschen, oder jedem anderen Außenseiter. Meiner Meinung nach hatten wir genau diese Liebesgeschichte bereits in etlichen leicht abgeänderten Varianten, was das Buch zähflüssig macht.

Andererseits finde ich es dann wieder toll, dass die Geschichte so gewöhnlich ist, da Tim nur ein Mensch ist und genau diesselben Gefühle hat wie andere Menschen auch. Natürlich hat er es schwerer, unbefangen ein Gespräch zu führen oder gar anzufangen. Ich bin froh, dass Tims Liebesgeschichte – traurig wie sie sein mag – kein ‘special treatment’ bekommen hat.

Immer wieder wird ein schrecklicher Unfall erwähnt, der im vergangenen Schuljahr passiert ist und die Autorin lässt den Leser lange darüber im Dunkeln, was denn eigentlich passiert ist. Ich muss zugeben, dass ich unbedingt wissen wollte, was geschehen ist, was der einzige Grund war, warum ich weitergelesen habe.

Ohne spoilern zu wollen: Ich kann gut verstehen, wie es zu diesem schrecklichen Ereignis kommen konnte. Wenn man verliebt ist, will man sich von seiner stärksten Seite zeigen, ganz egal wie sehr man darunter leiden könnte oder leidet. Wer schon mal verliebt war, kennt das. Dass es trotzdem dumm ist, tja, das werden wir wohl alle noch lernen müssen und Tim hat es auf die harte Tour lernen müssen.

Dafür, dass mir die Geschichte nicht gefallen hat, fand ich den Schreibstil recht ansprechend, weshalb ich auch das Buch nicht sofort wieder weggelegt habe. Ein sehr angenehmer Stil, der sich gut und flüssig lesen lässt und dennoch nicht kindisch ist.

Lieblingsfiguren: Mr. Simon

Fazit: Die Liebesgeschichte hat mich nicht überzeugt, aber ich bin grundsätzlich sehr sehr skeptisch gegenüber Liebesgeschichten. Die Figuren haben mir nicht gefallen und die Handlung im Großen auch nicht. Ich denke, das Buch war einfach nichts für mich. Jedem das Seine.

Details zum Buch:

  • Autorin: Elizabeth Laban
  • Titel der Originalfassung: The Tragedy Paper
  • Übersetzerin: Birgit Kollmann
  • Altersempfehlung: Ab 13 Jahren
  • Seiten: 288
  • Verlag: Hanser
  • Umschlag: Gebunden
  • Erscheinungsdatum: 01.02.2016
  • ISBN: 978-3-446-25082-6  
Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s