Nur drei Worte

9783551556097

Inhalt: Simon und Blue tauschen seit Monaten Mails aus, ohne zu wissen, wer der jeweils andere ist. Nur eines ist klar: sie gehen an dieselbe Schule. Simon merkt, dass er sich Stück für Stück in Blue verliebt, doch der ist noch nicht bereit, sich mit Simon zu treffen. Und dann passiert, was passieren musste: Martin, ein Klassenkamerade von Simon entdeckt durch Zufall eine der Mails und plötzlich steht Simons Leben Kopf.

Was ein Drache denkt: Ich wage mich zu erinnern, dass mir Herr Hartmaier von Carlsen das Buch empfohlen und sehr beworben hat. Vor allem, da diese Geschichte mit LGBTQA+ Hauptfiguren mal nicht beklemmend oder traurig ist. Es ist eine optimistische Story, voller knuffiger Momente, ein bisschen Liebeschaos und viel Positivität.

Simon macht sich eigentlich nicht viel daraus, dass er schwul ist, doch niemand sonst sollte davon wissen. Simon ist kein komplizierter Charakter, er ist einfach ein Schüler an der High School, der sich wie jeder andere durch das Leben und die Pubertät kämpft. Mir persönlich kommt Simon sehr real und greifbar vor. Er spricht mit Blue auch über Tabuthemen wie Masturbtion, Sex und das Schwulsein im Allgemeinen. Ich glaube, auch darum gefällt mir das Buch so gut: Jugendliche machen sich nun mal Gedanken über Sex und dass Simon und Blue in ihren Mails dabei so offen sind, hat mich wirklich beeindruckt.

Als ihm dann Martin offenbart, dass er einen Screenshot von einer seiner Mails an Blue gemacht hat, fällt Simon erst mal aus allen Wolken. Seine Laune wird auch nicht wirklich besser, als Martin ihn ‘bittet’, bei Abby, einer guten Freundin von Simon, ein gutes Wort für ihn einzulegen. Simon geht mit dieser Erpressung eher glassen um; seine größte Sorge ist, dass jemand von Blue erfährt und dieser dann den Kontakt zu ihm abbricht.

Doch wer ist Blue? Natürlich fragt man sich von Anfang an, wer Blue eigentlich ist und mit jeder neuen (männlichen) Figur, die vorkommt, wird es schwieriger, den richtigen herauszufinden. Ich glaube ich habe während der Lektüre auf vier verschiedene Jungs getippt, von denen es am Schluss dann keiner war.

Was mir noch so gut gefallen hat, war die Diversität im Buch: nicht alles Haupt-bzw. Nebenfiguren sind ‘pasty white & Christian’: Abby, sowie die Hälfte des Fußball-Teams sind schwarz. Es wird auch deutlich, dass Abby oft bei Simon übernachtet, weil sie (und viele andere POC) so weit draußen wohnt, dass sie eine Stunde mit dem Bus fahren muss.

Nick, Simon’s bester Freund, ist Jude. Cal aus der Theatergruppe ist Bi. Bram, einer der Fußballer ist schwarz und jüdisch. Martins Bruder ist schwul. Und das sind eigentlich schon fast alle Hauptfiguren. Richtig erfrischend!

Natürlich werden auch die Themata Mobbing, bzw. Homophobie wichtig, denn so ganz perfekt darf eine Liebesgeschichte dann auch nicht sein. Lehrer und andere Schüler setzen sich für Simon ein und das Buch hält, was mir Herr Hartmaier versprochen hat: Eine tolle Geschichte mit LGBTQA+ Charakteren, die nicht traurig ist! Das bisschen Drama verkrafte ich gerade noch.

Ich finde, Heteros sollten sich auch outen müssen.

Den Titel finde ich besonders gut gewählt. Denn die drei Worte, an die man denkt, wenn man den Titel liest; um die geht es gar nicht …

Lieblingsfiguren: Abby, Bram

Fazit: Ein wunderbares Buch, das Jugendliche so zeigt, wie sie sind. Schwulsein ist keine Krankheit oder ein Fehler. Das macht das Buch einem unmissverständlich klar. Sehr viel diversität bei den Figuren und wichtige Fragen, die sich Jugendliche stellen, werden behandelt. Wirklich positiv und einfach schön zu lesen!

Zitate:

Ich bin mir meiner Männlichkeit genauso sicher. Von seiner Männlichkeit überzeugt sein, heißt ja nicht hetereo sein.

Details zum Buch:

  • Autorin: Becky Albertalli
  • Titel der Originalausgabe: Simon vs. the Homo-Sapiens Agenda
  • Übersetzer: Ingo Herzke
  • Alter: Ab 14
  • Verlag: Carlsen
  • Seiten: 315
  • Umschlag: Gebunden
  • ISBN: 978-3-551-55609-7
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