Mord ist nichts für junge Damen: Ein Fall für Wells & Wong

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Vielen lieben Dank an Herrn Trux von Knesebeck für das tolle Leseexemplar!!

Inhalt: Noch ist die Detektei Wells & Wong nicht sehr bekannt, denn Hazel und Daisy hatten auch noch gar nicht wirklich die Gelegenheit zu ermitteln. Doch dann entdeckt Hazel die Leiche ihrer Lehrerin Miss Bell! Im Deepdean Internat für junge Damen ist ein Mord geschehen! Doch die Leiche verschwindet, Hazel wird fürs Lügen bestraft und auf dem Schreibtisch der Rektorin liegt ein Kündigungsschreiben von Miss Bell. Daisy und Hazel müssen ihr gesamtes detektivisches Können aufbieten, um zunächst den Mord zu beweisen und dann auch noch den Täter zu finden.

Was ein Drache denkt: Ein klarer Covergriff, muss ich zugeben. Bereits bei der Aufmachung muss man unwillkürlich an Agatha Christie und ihre Miss Marple denken, auch wenn die beiden Detektivinnen in der Geschichte nur mit Holmes & Watson verglichen werden wollen.

Das Buch ist aus Hazel Wongs Sicht geschrieben, die die Schriftführerin der zwei-Mädchen Detektei ist, währen Daisy Wells die Vorsitzende und damit Hauptermittlerin ist – ganz wie Holmes und Watson. Von den beiden ist Hazel eindeutig die Vernünftigere: Sie macht sich Sorgen, dass der Mörder sie gesehen haben könnte und nun auch sie aus dem Weg räumen will. Sie denkt nach, bevor sie handelt und macht sich Gedanken über etwaige Konsequenzen. Es wird schon bald deutlich, dass Daisy den Ton angibt und keine andere Meinung zulassen will. Diese Arroganz und Ich-stehe-über-dem-Pöbel-Einstellung, die sie an den Tag legt, hat sie mir eher unsymphatisch gemacht.

Ich hätte lieber direkt mit den Ermittlungen begonnen, aber wenn Daisy sich eine Mission für die Detektei in den Kopf gesetzt hat, hat es keinen Sinn, mit ihr zu streiten. Also beschwor ich meinen inneren Dr. Watson herauf, nickte und folgte ihr nach draußen.

Der Titel erinnert mich an ‘Mord ist ihr Hobby’, was ich immer gern geschaut habe. So wie Daisy an den Fall herangeht, kann man meinen, eine jüngere Jessica Fletcher vor sich zu haben: Augen sprühen vor Aufregung angesichts der Spannung und Abenteuerlust. Nicht einmal macht sie sich darüber Gedanken, dass sie durch ihre Ermittlungen dem Mörder auf die Füße treten könnte. Es geht nur darum, das Verbrechen aufzuklären und zwar ohne die Hilfe der Polizei.

Doch wie schaffen es zwei Mädchen in einem strengen Internat, in welchem jede Sekunde ihres Tages geplant ist, Ermittlungen anzustellen, Lehrer zu beschatten oder Beweise zu sammeln? So fragte ich mich anfangs, da die Geschichte ja in den 30ern spielt und damals die Internate sicherlich mit eiserner Hand geführt wurden. Doch die Mädchen sind einfallsreich und ziemlich kreativ, wenn es darum geht, den Unterricht ausfallen zu lassen oder ihrer Hausmutter zu entwischen, um einige Minuten unter sich zu sein. Ihr Einfallsreichtum hat mir jedenfalls sehr gefallen.

Zugegeben, man hat eigentlich nicht wirklich mitbekommen, dass wir aus der Zeit gefallen waren. Zwar gab es Hinweise: die Lehrerinnen wurden meist Fräulein genannt, es gab Automobile und die Mädchen wurden zu beinahe schon schmerzhaft gutem Benehemen erzogen. Ansonsten könnte die Geschichte auch in einem besonders strengen englischen Internat spielen. In diesem Bezug hätte ich mir mehr erwartet.

Abgesehen davon fand ich das Buch aber sehr gelungen, sowohl sprachlich, als auch kriminalistisch gesehen. Bis über die Hälfte des Buches hinaus hatte ich keinen blassen Schimmer, wer der Mörder sein könnte, was das Motiv war oder wo die Leiche hingekommen war. Meiner Meinung nach spricht das für die Geschichte. Irgendwann hatte ich dann einen Verdacht, welcher sich dann auch als richtig herausgestellt hat, doch das Motiv habe ich nicht erraten.

Praktischerweise gab es vorne im Buch einen Lageplan des Internates, sowie eine Aufstellung aller wichtigen Personen, die vorkamen. So konnte ich, die immer alle Figuren durcheinanderbringt, gemütlich nachschauen, um wen es nun eigentlich geht.

‘Mord ist nichts für junge Damen’ ist der Auftakt einer Detektivreihe und ich bin mir noch nicht sicher, ob ich die Folgebände lesen werde. Vielleicht auf Englisch, da ich mir vorstellen könnte, dass die Atmosphäre gleich eine andere sein könnte, wenn man das Buch auf Englisch liest. Auf jeden Fall gefällt mir der englische Originaltitel: Murder Most Unladylike.

Lieblingsfiguren: Hazel

Fazit: Ein unterhaltsames Buch, das es schafft, die Spannung aufrechtzuerhalten und neben dem Mord noch so einige andere Geheimnisse des Internates aufdeckt. Wer Internatsgeschichten und Kriminalfälle mag, dem wird das Buch sicherlich gefallen. Wie gesagt, bis auf eine Hauptfigur, die mir  nicht gefallen hat, war das Buch wirklich toll zum Lesen.

Details zum Buch: 

  • Autor: Robin Stevens
  • Titel der Originalausgabe: Murder Most Unladylike
  • Übersetzerin: Nadine Mannchen
  • Alter: Ab 12 Jahren
  • Verlag: Knesebeck
  • Umschlag: Gebunden
  • Seiten: 287
  • ISBN: 978-3-86873-904-6
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