Für dich soll’s tausend Tode regnen

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Ein ganz ganz liebes Dankeschön an Fr. Rupp von Randomhouse für das tolle Leseexemplar und das Schmackhaftmachen!

Inhalt: Emi malt sich gerne aus, wie die Leute, die ihr auf die Nerven fallen, sterben. Und davon gibt es im Moment viele: ihr Bruder, der immer so widerlich gutgelaunt ist, die Neue ihres Vaters, die so ekelhaft vegan ist, und ihr Vater, der sie in diese dämliche Stadt mitgenommen hat wie eine Topfpflanze. Und wäre das nicht schon schlimm genug, muss sie ausgerechnet mit Erik (arrogantes Arschloch) ein Team in Chemie bilden. Dass bereits nach einer halben Stunde die Fetzen fliegen – wortwörtlich – da kann sie doch auch nichts dafür. Die Strafe für den zerstörten Labortisch sind acht Samstage Graffiti wegschrubben – mit Erik, der, wie Emi zugeben muss, doch nicht so ein Arsch ist, wie sie angenommen hatte …

Was ein Drache denkt: Ich habe das Buch sofort angefangen, da ich die Idee total gut fand und es mich einfach an meine eigene Zeit in der Oberstufe erinnert hat. Die Aufmachung ist richtig gut geworden: die einzelnen Seiten erinnern an schwarzumrandete Todesanzeigen, als ob Emi’s Leben ihr mindestens einmal am Tag den Todesstoß versetzte.

Definitiv kein Covergriff, da ich bei solchen Büchern immer befürchte, eine seichte Liebesgeschichte zu erwischen, welche mich so gar nicht interessieren. Doch so wie man mir das Buch vorgestellt hat, wurde ich einfach neugierig und jetzt nach der Lektüre, da ich weiß, dass mich keine seichten Stellen erwarten, finde ich das Cover gut getroffen.

Witzig, bissig und voll schwarzem Humor. Das Buch trieft vor Sarkasmus und ich habe es in vollen Zügen genossen. Irgendwie habe ich mich selbst in Emi wiedererkannt. Die neue Schule ist doof, die Klassenkameraden fallen auf die Nerven und jemand drängt sich als neue beste Freundin auf. Ich bewundere Emi dafür, verhältnismäßig ruhig geblieben zu sein.

Die Negativität, die sich durch das gesamte Buch zieht ist mal eine völlig andere Herangehensweise als der Friede-Freude-Eierkuchen-Vibe mit dramatischem Absturz im dritten Viertel des Buches. Dennoch ist die Stimmung nie depressiv, Emi strahlt eine natürliche lasst-mich-in-Frieden-Muffigkeit aus, mit der man sich wunderbar identifizieren kann.

Die Todesarten, die Emi in Gedanken ihren Mitmenschen verpasst sind ausgesprochen düster und sehr sehr kreativ.

Andere sammeln Briefmarken und Münzen, Emi sammelt Todesfälle, was ich doch auch mal was anderes finde und eigentlich nicht mal so abartig. Macht mich das zu einem Freak? Egal, ich finds super.

Emi und Erik spielen um ihren Putzdienst: jeder denkt sich eine Challenge für den anderen aus; wer verliert, macht die Arbeit alleine. Eigentlich dachte ich, dass damit eine Katastrophe bereits vorprogrammiert war und schnell jemand eine Grenze überschreiten würde, doch zu meiner großen Ver – und Bewunderung geschah nichts dergleichen.

Keine aufdringliche Liebesgeschichte – Dankeschön!

Damit bei mir der Gedanke aufkommt, dass zwei Jugendliche gut zueinander passen und ein tolles Paar abgeben würden, muss schon einiges geschehen. Bei diesem Buch hatte ich den Gedanken. Glückwunsch!

Erik, der arrogante, gefährliche, düstere Junge erinnerte mich ein wenig an Heath Ledgers Patrick Verona aus “10 Things I hate about you”. Emi hingegen verbinde ich mit Julia Styles’ Kat aus demselben Film.

Die Hauptfiguren haben Tiefe; bei den Nebencharakteren dringt man nicht so weit in deren Persönlichkeit vor. Aber es stört nicht weiter. Emis (beste) neue Freundin und die Angebetete ihres Vaters sind etwas klischeetiert. Das asiatische Strebermädchen, das nie aufhört zu reden und die vegane Blondine, die von ihren Stiefkindern nicht gemocht wird. Bei beiden ist jedoch eine positive Charakterentwicklung im Laufe des Buches zu bemerken.

Lieblingsfiguren: Emi, Erik

Fazit: Ein großes Lob an das Autorenduo! Hinter Anna Pfeiffer stecken Carmen Schmidt und Uli Mayrhofer, die mit ‚Für dich soll‘s tausend Tode regnen‘ ihren ersten Jugendroman veröffentlicht haben. Mit Witz und Sarkasmus haben sie uns ein wirklich unterhaltsames und tolles Jugendbuch gegeben! Definitiv empfehlenswert. Idee ist super, Umsetzung ist stimmig und die Atmosphäre in der Geschichte wunderbar negativ.

Zitate:

Sie würde nach einem missglückten Casinoüberfall in Las Vegas mit ihrem Partner das Weite suchen, die mexikanische Grenze passieren und in Juárez im Drogenkrieg umkommen.


Dabei lächelte sie unentwegt, wie eine dieser Frauen aus der Zahnpastawerbung oder die Waschmitteltanten, die scheinbar nichts Schöneres kennen, als die dreckigen T-Shirts ihrer Kinder in die Waschmaschine zu stopfen, um sie dann strahlend vor Glück im Garten aufzuhängen. (Die Wäsche, nicht die Kinder.)

Details zum Buch:

  • Autorin: Anna Pfeffer aka. das Autorenduo Carmen Schmitd und Uli Mayrhofer
  • Alter: ab 12
  • Verlag: cbj
  • Seiten:
  • Umschlag: Taschenbuch
  • ISBN: 978-3-570-17155-4

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Tintenhain

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2 thoughts on “Für dich soll’s tausend Tode regnen

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