Buchpräsentation [28.10.2016]: Torben Kuhlmann liest ‘Armstrong’

Wunderschöne Illustrationen, begleitet von inspirierenden Geschichten. Torben Kuhlmann nimmt uns mit in die Mäusewelt, die uns klein und unscheinbar vorkommen mag, aber von den Menschen unbemerkt die größten Helden hervorbringt. Manchmal sind die Taten der Mäuse von solcher Größe, dass sogar wir Menschen davon Wind bekommen.

Ausgerüstet mit Hut, Bart und Tasche, wie Torben Kuhlmann von sich selbst gerne sagt, begann er nun mit voller Begeisterung Armstrong vorzutragen. Da sich zu Beginn im Publikum leider nur ein einziges kleines Mädchen unter lauter Erwachsenen befand, widmete ihr Kuhlmann die Vorstellung.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Kuhlmann auch einen ganzen Raum voller Kinder mit seinen Geschichten und seiner Art des Vorlesens ohne Probleme in seinen Bann ziehen könnte. Er hatte eine so positiv heitere Ausstrahlung und präsentierte sein Werk mit so viel Begeisterung, wie jeder Autor über seine Geschichten reden sollte.

Doch nun kurz zum Inhalt von Armstrong: Die kleine Maus liebt es, den Sternenhimmel und im Besonderen den Mond, durch ihr kleines Teleskop zu betrachten. Ganz groß und glitzernd werden ihre kleinen Knopfaugen dann. Leider weigern sich die restlichen Mäuse zu akzeptieren, dass der Mond aus Stein und nicht aus Käse sei. Da fasst die kleine Maus einen tollkühnen Plan: sie will die erste auf dem Mond sein! Sie recherchiert, schleicht sich in Universitätskurse und bastelt an ihrer Rakete. Doch ihre Fortschritte bleiben nicht unbemerkt …

Natürlich will ich nicht zu viel verraten, denn eine solche Geschichte muss man mit den Illustrationen erleben. Und auch der Schluss ist so bezaubernd, wie schon der Schluss in Torben Kuhlmanns erstem Bilderbuch Lindbergh, welches für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2015 nominiert war.

Nach der Lesung gab es noch eine anregende Fragerunde, wobei mich sehr gefreut hat, dass sich so viele aus dem Publikum mit Fragen gemeldet und die kurze unangenehme Stille überbrückt haben. Ich selbst bin da leider immer sehr schüchtern und meist schaffe ich es nicht, über meinen Schatten zu springen und Fragen zu stellen. Aber hier sind einige Fragen und Torben Kuhlmanns Antworten, die ich hier frei wiedergebe:

Warum gerade eine Maus?

Torben Kuhlmann findet, dass Mäuse überaus intelligente Tierchen sind. Zudem haben sie fingerähnliche Pfoten, was das Werken realistischer macht; ein wichtiger Aspekt für den Autor. Damit ist die Maus die perfekte Wahl. Auch glaube ich, dass er Mäuse einfach sehr sehr gerne hat.

Wie entsteht eine illustrierte Seite im Buch?

Zunächst werden Skizzen angefertigt. Viele Skizzen. Kuhlmann füllt normalerweise ein ganzes Skizzenbuch pro Buch plus einen beachtlichen Stapel Kopierpapier. Die Skizze wird auf ein DIN A3 Blatt übertragen und mit Wasserfarben ausgemalt! Torben Kuhlmanns Illustrationen sind durchgehend Aquarell und ich bin begeistert!! Wer ein Making-Of sehen will, hat hier die Möglichkeit.

Wie lange dauert es, eine Doppelseite zu illustrieren?

Bei Armstrong gab es strenge Vorgaben vom Verlag und so mussten pro Woche zwei Doppelseiten fertig werden.

Wie tritt man mit einer Idee an einen Verlag heran? Hat man da schon das fertige Konzept?

Lindbergh war ja eigentlich ‘nur’ Torben Kuhlmanns Abschlussarbeit seines Studienganges und er ließ einige wenige Exemplare drucken. Dadurch wurde der Verlag Nord-Süd auf das Buch aufmerksam und trat an ihn heran. Dass das Buch ein so großer Erfolg würde und sogar für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2015 nominiert würde, das ahnte er noch nicht. Das Buch wurde sogar in über 30 Sprachen übersetzt.

Aber prinzipiell hat man das Konzept und bekommt die Möglichkeit, dieses dem Verlag zu präsentieren. Während des Gespräches fertigt man Skizzen an, damit man sieht, wie der Zeichner malt und wie die Illustrationen aussehen könnten. Mit etwas Glück erhält man dann eine Zusage.

Wie kam es zu den Ideen für Lindbergh und Armstrong?

Torben Kuhlmann erzählte, dass er immer schon begeistert von der Luftfahrt war und als kleiner Junge die Wände seines Zimmers mit Zeichnungen schmückte. Es war daher keine große Überraschung, dass sein erstes Bilderbuch von Flugzeugen bzw. der Geschichte der Luftfahrt handeln würde. Torben Kuhlmann spielte mit der Idee, dass Charles Lindbergh ein großes Vorbild hatte, das ihn veranlasste, den Atlantik überfliegen zu wollen. So entstand Lindbergh.

Nach der Geschichte der Luftfahrt, gab es eigentlich nur eine logische Wahl: die Geschichte der Raumfahrt. Und dass die Hauptfigur eine Maus sein würde, verstand sich von selbst …


An dieser Stelle schielte ich immer wieder auf die Uhr, da ich leider einen Zug erwischen musste und hoffte, noch so viel wie möglich von der Lesung mitzukriegen. Dummerweise rann die Zeit wie Sand durch meine Finger, während die Lesung noch voll im Gange war. Die angekündigten Zeichentipps bekam ich so leider nicht mehr mit, doch den Buchtrailer für Armstrong wollte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen. Dafür musste ich dann auch zum Zug laufen, doch das war es eindeutig wert.

Meine knapp bemessene Zeit im Auge, trat ich bereits vor der Veranstaltung an den Autor heran, um um eine Signatur zu bitten. Es kam mir recht ungehobelt vor, doch Torben Kuhlmann war sofort dazu bereit, zwei Bücher zu signieren. Er hat sogar eine kleine Maus gemalt!

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Stammelnd schaffte ich es in meiner unendlichen Eloquenz sogar noch den Grund für meinen verfrühten Signaturwunsch und ein Kompliment für die wirklich wunderschönen Bücher anzubringen. -.-

Aber er war wirklich nett und freundlich; ein Illustrator und Autor, den man gerne im Gespräch hat!

Die Lesung war ein Erfolg, auch wenn leider nur um die 20 Leute gekommen sind. Dafür waren sie sehr interessiert und die Stimmung war gemütlich und ruhig. Ein bisschen gestört hat, dass die Buchhandlung noch geöffnet hatte und manchmal Kunden dazwischengesprochen haben, wodurch man kurz abgelenkt war. Zum Glück war das nur ein- oder zweimal der Fall.

Abschließend möchte ich sagen, dass ich von der Buchpräsentation begeistert war. Torben Kuhlmann hat toll gelesen und Gestik und Mimik haben gestimmt. Es war klar, dass die Vorstellung für Kinder gedacht ist, was mich jetzt aber wirklich nicht gestört hat. Desto kindlicher, desto besser! Ich kann die Lesung nur empfehlen! Schade, dass ich leider nicht bis zum Schluss bleiben konnte.

Am meisten aber gefallen hat mir Kuhlmanns Begeisterung für seine Bücher. Keine Arroganz, keine Selbstverliebtheit, nur ein Mann, dem es Freude macht zu illustrieren und seine Geschichten weiterzugeben.


Details zum Autor und Illustrator:

Bücher:


Website: http://www.torben-kuhlmann.com/

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