Witch & Wizard

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Bei meinem Südtirol-Aufenthalt letztes Wochenende bin ich mal mein altes Bücherregal gründlich durchgegangen, um zu sehen, ob ich alte Bücher habe, die man eventuell der Bücherei oder Oxfam schenken könnte. Wie ich aber so bin, habe ich es gerade mal über zwei Regalbretter geschafft, als mir die Manga-Reihe Witch & Wizard in die Hände gefallen ist, die ich das letzte Mal vor vielleicht einem Jahr gelesen habe. Tja, sagen wir so, ich habe alle Bände nochmals verschlungen und mein Regal ist so übervoll wie zuvor.

Inhalt: Mitten in der Nacht stürmen Spezialeinsatzkräfte der sogenannten Neuen Ordnung, das Haus der Familie Allgood. Whitman und Wisteria Allgood werden inhaftiert unter der Anklage, Hexe und Hexer zu sein, ein Verbrechen, das in der Neuen Ordnung mit dem Tod bestraft wird.

Magischer Kampf für die Freiheit!

Was ein Drache denkt: Einigen mag der Titel oder die Inhaltsangabe bekannt vorkommen, was daran liegt, dass dieser Comic- bzw. Manga-Dreiteiler auf der Romanvorlage von James Patterson basiert. Leider hatte ich nur das Vergnügen, den ersten Band zu lesen – bis jetzt.

Die Geschichte beginnt damit, dass die Neue Ordnung die Macht ergriffen hat, zunächst schleichend als offizielle Partei, dann immer radikaler, bis der Eine, der der Einzige ist, der Demokratie den Todesstoß versetzt und sich an die Spitze der Diktatur stellt. Unter seiner Führung wird nun alles ausmerzt, was nicht den Vorstellungen der N.O. entspricht. Dazu gehören auch Wisty und Whit, die anscheinend Hexe und Zauberer sind, von dem sie allerdings nichts wissen. Man verfolgt mit, was für die beiden Jugendlichen nur als Albtraum zu bezeichnen wäre: inhaftiert, geschlagen, Experimenten ausgesetzt, einem fadenscheinigen Prozess unterzogen und zum Tode verurteilt.

Whit und Wisty zeigen außerordentliche Stärke und den Willen zu überleben und ihre Eltern zu finden. Auch nach Wochen brutaler körperlicher Züchtigung sind beide so zäh wie zuvor. Das ist vielleicht etwas unrealistisch, aber ich will mich nicht beklagen. Unter diesem enormen Druck zeigen sich auch Whit und Wistys magische Fähigkeiten, die sie jedoch nicht wirklich kontrollieren können. Die Idee der Magie in dieser Dystopie hat mir sehr gut gefallen, vor allem da sie sich bei verschiedenen Menschen auch verschieden manifestiert  – wenn überhaupt. Ich will nicht zu sehr ins Detail gehen, da müsst ihr schon fleißig selbst lesen. 🙂

Whit und Wisty sind beides liebenswerte Figuren und meiner Meinung nach gut ausgearbeitet und dargestellt. Man schließt sie sofort ins Herz und möchte sie vor allem Übel beschützen.

Whitford Allgood. Perfekte Noten, der schnellste Quarterback im Team, der Schwarm aller Mädchen der Schule. Ich weiß, dass du ein guter Junge warst, bis zu dem traurigen und unglücklichen Verschwinden … deiner Freundin und Seelenverwandten Celia.


Wisteria Allgood. Über dich weiß ich auch alles. Ungehorsam, widerspenstig, eine Schulschwänzerin, auf die zweiwöchiges Nachsitzen an ihrer Highschool wartet. Die Frage ist, ob du jemals brav sein kannst. Bist du in der Lage, zu gehorchen?

Was mir besonders gut an Whit gefällt, ist die Tatsache, dass er zwar Wistys älterer Bruder ist und sie vor allem beschützen will, doch er sie nicht wie ein kleines Mädchen behandelt, das die schwierigen Entscheidungen besser dem großen Bruder überlässt. Sie sind ein Team und als solches gleichberechtigt. Wisty ist nicht hilflos und Whit weiß das. Sie vertrauen einander. Hach, ich liebe Geschwister, die zusammen die Welt retten!

Ein großes Lob sollte auch an die Zeichnerin Svetlana Chmakova gehen. Bei Mangas und Comics bin ich sehr pingelig, was den Zeichenstil betrifft, doch Witch & Wizard hat mir von Anfang bis Ende sehr gut gefallen und ich hatte meine Freude an den Bänden. Pro Buch sind die ersten vier oder fünf Seiten farbig illustriert, bevor es ins Schwarzweiß wechselt. Es wäre wirklich cool gewesen, wenn alles in Farbe gewesen wäre, aber es ist nun mal ein Manga und kein Graphic Novel. Hier sind die Seiten 2 und 3 des ersten Bandes:

wisty

Die Geschichte ist natürlich auch sehr politisch: das rechtsextreme Regime, das quasi über Nacht die Macht an sich reißt, Medien und Menschen beinflusst und steuert, Verhaftungen, Exekutionen. Eine starke Anlehnung an den Nazionalsozialismus/Faschismus. Die Uniformen der – ich nenn’ sie mal – ‘Friedenswächter’ erinnert stark an die von NS-Soldaten, sowie an jene des Imperiums bzw. der Ersten Ordnung (Star Wars).

Die Menschen bzw. die Massen sind sehr leicht zu beeinflussen und zu steuern, vor allem, wenn man ihnen ein gemeinsames Ziel gibt: Die Auslöschung alles Abartigem und Anormalem. Wo sich vorher kein Mensch Gedanken gemacht hätte, ob es Hexen oder Zauberer gibt, so sehen die gehirngewaschenen Bürger nun an jeder Ecke Zauberer. Interessanterweise kümmert es aber wieder niemanden, dass ihr Anführer, der Eine, der der Einzige ist, selbst ein Magier ist.

Lieblingsfiguren: Wisty, Whit

Fazit: Eine spannende Manga-Reihe, die man sich nicht entgehen lassen sollte, wenn man Fantasy/Dystopie mag. Toller Zeichenstil, liebenswerte Figuren und ein creepy Bösewicht. Die Reihe hat mir wirklich gut gefallen!

Details zur Reihe:

  • Autoren: James Patterson, Gabrielle Charbonnet
  • Illustratorin: Svetlana Chmakova
  • Band 1
    • Seiten: 268
    • Erscheinungsdatum: 8.8.2012
    • ISBN: 978-3842004337
  • Band 2
    • Seiten: 268
    • Erscheinungsdatum: 13.2.1013
    • ISBN: 978-3842004344
  • Band 3
    • Seiten: 256
    • Erscheinungsdatum: 13.8.2013
    • ISBN: 978-3842005228
  • Altersempfehlung: 13-16 Jahre
  • Verlag: TOKYOPOP
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