Flucht aus Mr. Banancellos Bibliothek

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Inhalt: Zur Eröffnung der neuen hochmodernen Bibliothek werden 12 Zwölfjährige zu einer Schnitzeljagd in die Bücherei eingeladen. Auch Kyle Keeley ist mit von der Partie, obwohl er nicht so gerne liest, dafür umso lieber spielt. Wer schafft es, in 24 Stunden alle Rätsel zu lösen und aus der Bibliothek zu entkommen?

Was ein Drache denkt: Schnitzeljad in der Bibliothek? Mit literarischen Aufgaben? Da war ich doch sofort dabei!

Kyle Keeley (der Name ist super!) liebt Spiele. Brettspiele, Computerspiele, Rätselspiele, Onlinespiele. Nur Bücher findet er nicht so spannend. Nichtsdestotrotz will er einer der ausgewählten Zwölfjährigen sein. In seinen Augen gibt es nichts Spannenderes als selbst Spielfigur in einem überdimensionalem Banancello-Spiel zu sein. Wie sich herausstellt, ist die gesamte Bibliothek ein riesiges Spielbrett.

Wie es bei mir meist so ist, war ich von Kyle als Hauptfigur nicht ganz überzeugt, konnte mich aber sofort mit der stillen Leseratte Sierra anfreunden. Kyle war für mich zu … Charlie aus ‘Charlie und die Schokoladenfabrik’. Der überdrehte Mr. Banancello hingegen erinnerte stark an Willy Wonka aus demselben Buch und auch die Geschichte selbst ist entfernt an Roald Dahl’s Buch angelehnt. Die gierigen und gemeinen Kinder scheiden nach und nach aus dem Spiel aus, wenn auch nicht so lustig wie bei Roald Dahl. Dass ‘Charlie und der gläserne Fahrstuhl’ Teil des großen Rätsels war, habe ich sehr amüsant und vor allem passend gefunden.

Mr. Banancellos Bibliothek selbst war für mich zu modern, muss ich leider sagen. Hologramme, Lern-Videos und Lern-Videospiele, sowie Hovercrafts passen für mich einfach nicht in eine Bibliothek. Nennt mich altmodisch und langweilig, aber es ist meine vom Kerzenlicht beleuchtete und vom Bücherstaub vernebelte Meinung. 🙂

Das Rätsel wiederum hat mir sehr gut gefallen. Man muss keine Leseratte sein, um mitmachen zu können, Einsatz und Köpfchen zählen genausoviel wie Wissen. In diesem Fall passt der ausgeleierte Spruch, dass Teamgeist und Spaß wichtiger sind als der Sieg, wie die Schokolade zur Fabrik. Sierra, die ihre Nase nur in Bücher steckt, erkennt, dass sie auch mit anderen Kindern zusammen tolle Abenteuer erleben kann, die nicht zwischen den Seiten stecken. Der lesefaule Kyle findet langsam Geschmack an Büchern und ist erstaunt, wie gut er sich die Geschehnisse in einem Roman vorstellen kann – das Lesefieber packt ihn. Auch als Leser kommt man nicht zu kurz und lernt einerseits viel über das Bibliothekswesen und kann andererseits ganz toll mitraten. In dem ganzen Trubel gab es für mich jedoch zu viel ‘Rätsel’ und zu wenig ‘Bibliothek’, so wie ich es mir gewünscht hätte. Der Focus liegt auf dem Spiel, Bibliothek und Bücher sind zweitrangig und bekommen meiner Meinung nach zu wenig Aufmerksamkeit.

Am Ende des Buches wartet aber noch das letzte Rätsel auf den Leser. Das mit dem echten Gewinnspiel!

Lieblingscharakter: Sierra

Fazit: Viel Rätsel, wenig Buch, dafür aber viele Anspielungen auf die großen Werke der Literatur. Eine für mich zu moderne Bibliothek, in der es vor Technik summt. Die große Schnitzeljagd hat mir Spaß gemacht und auch wenn ich vom Buch selbst nicht ganz überzeugt war, wollte ich doch die Lösung des Rätsels erfahren.

Details zum Buch:

  • Autor: Chris Grabenstein
  • Titel der Originalfassung: Escape from Mr. Lemoncello’s Library
  • Übersetzerin: Alexandra Ernst
  • Illustratoren: Tanja Deutschländer & Gilbert Fort
  • Altersempfehlung: Ab 12 Jahren
  • Seiten: 304
  • Verlag: Freies Geistesleben
  • Umschlag: Gebunden
  • Erscheinungsdatum:
  • ISBN: 978-3-7725-2787-6  

 

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